Michael Schindhelm | PODCAST AUF DLF ZUM DOKFILM üBER BIONTECH

Podcast auf DLF zum Dokfilm über Biontech

Podcast auf DLF zum Dokfilm über Biontech

Arte-Dokumentation über Biontech
Eine Heldengeschichte in Lichtgeschwindigkeit

Michael Schindhelm im Gespräch mit Dieter Kasselhttps://www.deutschlandfunkkultur.de/arte-dokumentation-ueber-biontech-eine-heldengeschichte-in.1008.de.html?dram:article_id=504911

Eine Arte-Dokumentation würdigt die rasante Entwicklung des Biontech-Impfstoffs gegen Covid-19. Der Filmemacher Michael Schindhelm hat dafür das Medizinerpaar Ugur Sahin und Özlem Türeci und deren Forscherteam mit der Kamera begleitet.

Der Kulturmanager Michael Schindhelm ist ein vielseitiger Mann. Er ist ausgebildeter Quantenchemiker und hat nun als Filmemacher eine Arte-Dokumentation gedreht, die sich mit dem Unternehmen Biontech und dem Gründerehepaar Ugur Sahin und Özlem Türeci beschäftigt. Der Film „Mit Lichtgeschwindigkeit zum Impfstoff“ ist in der Arte-Mediathek zu sehen und läuft heute Abend linear im TV-Programm.

Obwohl die beiden Forscher mitten in der Impfstoffentwicklung gegen Covid-19 steckten und extrem viel beschäftigt waren, hat Schindhelm zahlreiche Gespräche mit Sahin und Türeci führen können, die in die Dokumentation eingingen und die rasante Entwicklung des Impfstoffs erläutern.

Die Mathematik half der Entscheidung

Die beiden Biontech-Gründer hatten ursprünglich zu Krebstherapien geforscht. Im Januar 2020 hätten sie angesichts des Ausbruchs der weltweiten Corona-Pandemie ihr ganzes Geschäftsmodell auf die Weiterentwicklung des mRNA-Impfstoffs radikal umgestellt, sagt Schindhelm.

Im Film erzähle der Mediziner Sahin von diesem Umbruch und begründe seine Entscheidung damit, dass er sich als Mathematiker auf Dinge verlasse, die außerhalb der menschlichen Erfahrung lägen. Die Mathematik habe dabei geholfen, bereits zu diesem frühen Zeitpunkt zu erkennen, dass die Pandemie aufgrund der vorliegenden Daten überall auf der Welt zu vielen Toten führen werde.

„Dann haben sie diese Entscheidung getroffen“, sagt Schindhelm. Diese Möglichkeit, sich ein stückweit vom Alltag zu entfernen und sich selbst auf wissenschaftliche Zusammenhänge zu konzentrieren, habe geholfen, im „Auge des Taifuns“ einen Impfstoff zu entwickeln, der für die ganze Welt wichtig geworden sei. „Das ist eine große Begabung, die die beiden haben.“

Mut zum Risiko

Das Paar habe während der Impfstoffentwicklung 1,5 bis zwei Milliarden Dollar aufbringen müssen, weil die Zeit so drängte. „Wäre im November 2020 die Nachricht gekommen, dass die Wirksamkeit des Impfstoffs niedrig ist, dann wären der Aufwand und das Geld futsch gewesen“, so der Filmemacher. Das hätte einen Knick in der beruflichen Karriere der Forscher und für das Unternehmen zur Folge gehabt.

Die Mediziner Ugur Sahin und Özlem Türeci wurden inzwischen für ihre Verdienste um die Impfstoffentwicklung gegen Covid-19 mehrfach geehrt und auszeichnet. 

„Sie sind sich dieses Abenteuers immer bewusst gewesen“, sagt Schindhelm über die Mediziner. „Sie wussten wieviel auf dem Spiel stand und sie wussten, warum es in der Welt geht.“ Trotzdem hätten die Wissenschaftler eine große Zuversicht in ihre Technologie und ihr eigenes Wissen darüber gehabt. In der Dokumentation komme auch rüber, was für ein charismatisches und hochmotiviertes Team mit ihnen zusammenarbeite.

Verständnis für Impfskeptiker

Im Film spreche er mit Sahin und Türeci auch über Impfgegner. „Sie sind der Überzeugung, dass sich jeder selbst entscheiden muss, ob er sich einer invasiven Maßnahme aussetzen möchte oder nicht.“ Gleichzeitig seien die Forscher davon überzeugt, dass man sich impfen lassen sollte.

Die Wissenschaftler hätten früh damit begonnen, ihren Impfstoff anzupassen, damit auch Kleinkinder und Schwangere davon profitieren könnten, so Schindhelm. „Wir haben in dieser Hinsicht von Biontech und von den beiden noch eine Menge Innovationen zu erwarten.“

Der Film von Michael Schindhelm „Mit Lichtgeschwindigkeit zum Impfstoff“ ist in der https://linktr.ee/projekt.biontech

zu sehen und läuft heute Abend linear im TV-Programm.

Foto: Yawen Schindhelm-Yeo

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